[Schema Markup]

Strukturierte Daten

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Warum interessiert sich Google überhaupt für deinen Quellcode?

Stell dir vor, du hast einen richtig guten Schokoladenkuchen gebacken. Saftig, hübsch dekoriert, genau auf den Punkt. Jetzt willst du das Rezept online zeigen. Für dich ist klar: Das ist ein Rezept. Für Google ist es erst einmal nur eine Seite mit Text, Bildern und ein paar Zutaten. Woher soll die Suchmaschine also wissen, was sie da eigentlich vor sich hat?

Genau an dieser Stelle hilft Schema Markup.

Was ist Schema Markup eigentlich?

Im Kern ist Schema Markup zusätzlicher Code, den du in deine Website einbaust, meist als JSON-LD. Das klingt technischer, als es in der Praxis oft ist. Der Zweck ist simpel: Suchmaschinen bekommen mehr Kontext. Nicht nur „hier steht etwas über Kuchen“, sondern „das ist ein Rezept mit Zutaten, Zubereitungszeit und Bewertung“.

Google, Bing und andere Systeme können diese Hinweise auslesen und die Inhalte besser einordnen. Im besten Fall erscheinen dann zusätzliche Informationen direkt in den Suchergebnissen. Sterne, Preise, Termine oder andere Details machen ein Ergebnis sofort greifbarer.

Die Grundlage dafür ist schema.org, ein offener Standard, an dem unter anderem Google, Microsoft, Yahoo und Yandex mitarbeiten. Man kann es sich wie ein gemeinsames Wörterbuch fürs Web vorstellen: Alle sprechen dieselbe Sprache, damit Inhalte eindeutiger verstanden werden.

Wie Schema Markup im Alltag hilft

Ein Beispiel aus dem E-Commerce: Du hast ein Smartphone im Shop. Ohne Schema Markup sieht Google eine Produktseite, auf der irgendwo ein Name, ein Preis und vielleicht eine Bewertung stehen. Mit Markup sagst du ganz klar, welche Information was bedeutet.

  • Das Produkt heißt Smartphone X200
  • Der Preis liegt bei 699 Euro
  • Es ist auf Lager
  • 120 Bewertungen ergeben im Schnitt 4,8 Sterne

Aus diesen Angaben kann ein Rich Snippet entstehen. Das sieht nicht nur sauberer aus, sondern fällt in der Trefferliste auch eher auf. Und mal ehrlich: Wenn zwei Ergebnisse nebeneinanderstehen, greift man doch eher zu dem mit Sternen, Preis und Verfügbarkeit.

Wo Schema Markup besonders sinnvoll ist

Die Einsatzmöglichkeiten sind ziemlich breit. Gerade dort, wo Inhalte klar strukturiert sind, spielt Schema Markup seine Stärken aus.

  • Rezepte: Zutaten, Dauer, Bewertungen und Zubereitungsschritte
  • Veranstaltungen: Datum, Ort, Ticketpreise
  • Produkte: Preis, Verfügbarkeit, Bewertungen
  • Organisationen und Personen: klare Angaben zu Unternehmen, Autorinnen oder Autoren
  • FAQs, Bücher oder Podcasts: je nach Inhalt ebenfalls gut strukturierbar

Es ist ein bisschen wie Etiketten auf Umzugskartons: Ohne Beschriftung musst du erst nachsehen, was drin ist. Mit Beschriftung geht alles schneller.

Wo liegen die Grenzen?

Ganz ohne Einarbeitung geht es nicht. Schema Markup ist kein Zaubertrick, den man einmal irgendwo einfügt und dann läuft alles von selbst. Wenn die Auszeichnung nicht sauber ist, passiert im Zweifel einfach nichts. Oder Google meldet einen Fehler in der Search Console, und das gewünschte Snippet erscheint gar nicht erst.

Wichtig ist auch: Schema Markup ist kein direkter Ranking-Booster. Es schiebt dich nicht automatisch auf Platz 1. Aber es kann dein Suchergebnis sichtbarer und attraktiver machen. Und genau das kann am Ende den Unterschied bei den Klicks ausmachen.

Beispiele für Schema Markup

Damit du ein Gefühl dafür bekommst, wie das aussieht, hier zwei typische Varianten. Die Beispiele zeigen einmal die klassische HTML-Auszeichnung und einmal JSON-LD.

BereichWorum geht es?Typische Angaben
ProduktEin Artikel im ShopName, Preis, Verfügbarkeit, Bewertung
RezeptEin Koch- oder BackrezeptZutaten, Zeit, Schritte, Bewertung

Beispiel 1: Produkt-Markup

HTML-Version:

<div itemscope itemtype="https://schema.org/Product">
  <h2 itemprop="name">Smartphone X200</h2>
  <p itemprop="description">Ein leistungsstarkes Smartphone mit OLED-Display.</p>
  <p>Preis: <span itemprop="price">699</span> €</p>
  <p>Bewertung: <span itemprop="aggregateRating" itemscope itemtype="https://schema.org/AggregateRating">
    <span itemprop="ratingValue">4.8</span> von <span itemprop="reviewCount">120</span> Bewertungen</span>
  </p>
</div>

JSON-LD-Version:

<script type="application/ld+json">
{
  "@context": "https://schema.org",
  "@type": "Product",
  "name": "Smartphone X200",
  "description": "Ein leistungsstarkes Smartphone mit OLED-Display.",
  "image": "https://example.com/smartphone-x200.jpg",
  "brand": {
    "@type": "Brand",
    "name": "TechCorp"
  },
  "aggregateRating": {
    "@type": "AggregateRating",
    "ratingValue": "4.8",
    "reviewCount": "120"
  },
  "offers": {
    "@type": "Offer",
    "priceCurrency": "EUR",
    "price": "699",
    "availability": "https://schema.org/InStock",
    "url": "https://example.com/smartphone-x200"
  }
}
</script>

Beispiel 2: Rezept-Markup

HTML-Version:

<div itemscope itemtype="https://schema.org/Recipe">
  <h2 itemprop="name">Schokoladenkuchen</h2>
  <p itemprop="description">Ein einfaches Rezept für einen saftigen Schokoladenkuchen.</p>
  <p>Zubereitungszeit: <span itemprop="totalTime">45 Minuten</span></p>
  <p>Bewertung: <span itemprop="aggregateRating" itemscope itemtype="https://schema.org/AggregateRating">
    <span itemprop="ratingValue">4.7</span> von <span itemprop="reviewCount">85</span> Bewertungen</span>
  </p>
</div>

JSON-LD-Version:

<script type="application/ld+json">
{
  "@context": "https://schema.org/",
  "@type": "Recipe",
  "name": "Schokoladenkuchen",
  "image": [
    "https://example.com/schokoladenkuchen.jpg"
  ],
  "author": {
    "@type": "Person",
    "name": "Max Mustermann"
  },
  "datePublished": "2023-06-01",
  "description": "Ein einfaches Rezept für einen saftigen Schokoladenkuchen.",
  "prepTime": "PT15M",
  "cookTime": "PT30M",
  "totalTime": "PT45M",
  "recipeCategory": "Dessert",
  "recipeCuisine": "Deutsch",
  "recipeIngredient": [
    "200g Mehl",
    "100g Zucker",
    "3 Eier",
    "50g Kakaopulver",
    "100ml Milch"
  ],
  "recipeInstructions": [
    {
      "@type": "HowToStep",
      "text": "Backofen auf 180°C vorheizen."
    },
    {
      "@type": "HowToStep",
      "text": "Alle Zutaten in einer Schüssel vermengen."
    },
    {
      "@type": "HowToStep",
      "text": "In eine Backform geben und 30 Minuten backen."
    }
  ],
  "aggregateRating": {
    "@type": "AggregateRating",
    "ratingValue": "4.7",
    "reviewCount": "85"
  }
}
</script>

Mein Fazit

Wenn du bereits guten Content hast, dann gib Google ruhig ein paar klare Hinweise. Schema Markup sagt der Suchmaschine, was sie da eigentlich sieht. Es ist kein Wundermittel, aber ein ziemlich nützliches Werkzeug.

Ich habe es auf mehreren Seiten eingesetzt und gute Erfahrungen damit gemacht. Plötzlich wurden bei Events Datum und Ort direkt in den Suchergebnissen sichtbar. Oder ein Rezept mit starken Bewertungen hob sich deutlich von anderen Treffern ab. Das kann Klicks bringen, manchmal mehr als man auf den ersten Blick erwartet.

Mein Rat: Probier es aus, aber sauber. Teste deine Auszeichnung mit dem Rich Results Test Tool von Google und prüfe, ob alles so ankommt, wie es soll. Denn oft ist es genau diese kleine zusätzliche Struktur, die aus einer guten Seite ein besser sichtbares Ergebnis macht.

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