Viele Unternehmen vergleichen zuerst Entwürfe oder Preise. Die entscheidenden Fragen liegen jedoch meist davor: Was soll der neue Webauftritt leisten, welche Informationen brauchen potenzielle Kunden und wer trifft im Projekt verbindliche Entscheidungen? Wer eine Homepage erstellen lassen möchte, braucht mehr als ein gelungenes Layout. Entscheidend ist eine Website, die Orientierung gibt, Vertrauen unterstützt und den nächsten Schritt leicht macht.
Begriffserklärung
Kurz erklärt
Eine Homepage professionell erstellen zu lassen beginnt mit einem klaren Briefing, nicht mit dem ersten Layout. Definieren Sie Zielgruppen, gewünschte Handlungen, Seitenumfang, Inhalte, Funktionen und Zuständigkeiten. Vergleichen Sie Angebote danach, ob Gestaltung, Technik, Abnahme, Übergabe und spätere Pflege nachvollziehbar geregelt sind.
Dieser Beitrag hilft dabei, ein Website-Projekt realistisch vorzubereiten, Angebote besser einzuordnen und die spätere Abnahme nicht dem Zufall zu überlassen.
Homepage oder Website: Was soll eigentlich entstehen?
Streng genommen ist die Homepage die Startseite einer Website. Im Alltag wird der Begriff allerdings häufig für den gesamten Webauftritt verwendet. Für die Planung ist die Unterscheidung hilfreich: Eine Startseite allein beantwortet selten alle Fragen. Erst Leistungsseiten, Kontaktmöglichkeiten sowie je nach Unternehmen weitere Bereiche wie Team, Karriere oder Referenzen ergeben eine tragfähige Unternehmenswebsite.
Am Anfang steht daher nicht die Farbwahl, sondern die gewünschte Handlung. Sollen Besucher eine Anfrage senden, einen Termin vereinbaren, eine Leistung besser verstehen oder direkt Kontakt aufnehmen? Diese Zielhandlungen bestimmen Seitenstruktur, Inhaltsprioritäten und die Funktionen, die wirklich benötigt werden.
Diese Grundlagen sollten vor dem Angebot feststehen
Ein gutes Briefing muss kein langes Konzeptpapier sein. Es sollte aber die Punkte enthalten, die den Projektumfang nachvollziehbar machen. Bleiben sie offen, lassen sich Angebote schwer vergleichen und Abstimmungen geraten später schnell ins Stocken.
Ziele, Zielgruppen und Inhalte
Beschreiben Sie zunächst, welche Rolle die Website im Unternehmen übernehmen soll. Ebenso wichtig ist der Blick auf die Besucher: Welche Fragen bringen sie mit? Welche Informationen brauchen sie vor einer Kontaktaufnahme? Eine Beratungsfirma, ein lokaler Betrieb und ein Industrieunternehmen brauchen unterschiedliche Wege durch ihre Inhalte.
Funktionen, Zuständigkeiten und Freigaben
Neben Seiten und Texten gehören auch Formulare, Schnittstellen oder geschützte Bereiche in die Planung, sofern sie benötigt werden. Klären Sie außerdem früh, wer Inhalte liefert, wer Entscheidungen freigibt und wer nach dem Launch Änderungen einpflegt.
- Zielhandlungen: Welche konkreten nächsten Schritte sollen Besucher ausführen?
- Seitenumfang: Welche Seitentypen und Themen werden zum Start benötigt?
- Material: Welche Texte, Bilder, Logos und Informationen liegen bereits vor?
- Funktionen: Welche Formulare, Anbindungen oder besonderen Anforderungen sind nötig?
- Verantwortung: Wer liefert Inhalte, prüft Ergebnisse und gibt sie frei?
- Pflege: Wer übernimmt später Änderungen, Updates und Zugriffsverwaltung?
Vorhandene Inhalte realistisch prüfen
Texte, Bilder, Referenzen, Leistungsbeschreibungen und Kontaktinformationen bilden das Fundament jeder Unternehmenswebsite.
Pflege ist Teil des Projekts
Eine Website ist kein einmaliger Druckauftrag. Leistungen ändern sich, Ansprechpartner wechseln und neue Themen kommen hinzu. Ein System sollte deshalb nicht nur beim Start funktionieren, sondern Änderungen im Alltag ohne unnötige Hürden ermöglichen.
Woran Unternehmen gutes Webdesign erkennen
Gutes Webdesign macht den Weg durch eine Website leicht. Besucher erkennen schnell, was ein Unternehmen anbietet, wo sie vertiefende Informationen finden und wie sie Kontakt aufnehmen können. Das zeigt sich in einer verständlichen Navigation, einer klaren visuellen Hierarchie, ruhigen Seitenlayouts und einer Sprache, die nicht erst intern übersetzt werden muss.
- Klare Einstiege: Die wichtigsten Leistungen und ihr Nutzen sind rasch erkennbar.
- Nachvollziehbare Navigation: Seiten sind logisch benannt und sinnvoll miteinander verbunden.
- Deutliche Kontaktwege: Formulare, Telefonnummern oder andere Kontaktmöglichkeiten sind ohne Suche erreichbar.
- Mobile Vollständigkeit: Wichtige Inhalte, strukturierte Daten und Meta-Angaben müssen auch mobil verfügbar sein. Google nutzt grundsätzlich die mobile Version für Indexierung und Ranking. [1]
- Barrierearme Nutzung: Textalternativen, ausreichende Kontraste, Tastaturbedienbarkeit, sichtbarer Fokus und verständliche Formulare sollten von Beginn an mitgedacht werden. Die WCAG 2.2 ordnet solche Anforderungen den Prinzipien wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust zu. [6]
Barrierefreiheit ist keine Aufgabe für die letzte Projektwoche. Sie betrifft Konzeption, Gestaltung, Entwicklung und Redaktion gleichermaßen. Ob für eine konkrete Website gesetzliche Anforderungen bestehen, hängt unter anderem vom angebotenen Dienst, einem möglichen Verbraucherbezug und der Unternehmensgröße ab und sollte im Einzelfall geprüft werden. Das BFSG gilt seit dem 28. Juni 2025 für bestimmte Produkte und Dienstleistungen; bei Dienstleistungen sind Kleinstunternehmen grundsätzlich ausgenommen. [7]
Typische Fehler bei der Erstellung einer Homepage
| Typischer Fehler | Auswirkung | Was besser ist |
|---|---|---|
| Zu viele Inhalte auf der Startseite | Besucher verlieren den Überblick | Wichtige Botschaften priorisieren und klar gliedern |
| Unklare Zielsetzung | Die Website wirkt beliebig | Vorab definieren, was die Seite leisten soll |
| Generische Texte | Kein erkennbares Profil | Leistungen und Nutzen konkret formulieren |
| Schwache mobile Darstellung | Schlechte Nutzung auf Smartphones | Responsive Webdesign konsequent mitdenken |
| Unübersichtliche Navigation | Wichtige Inhalte werden nicht gefunden | Menüstruktur schlank und logisch halten |
| Keine Pflege nach dem Launch | Inhalte veralten schnell | Wartung und Aktualisierung einplanen |
Ein häufiger Fehler liegt darin, möglichst alles auf einmal sagen zu wollen. Eine Unternehmenswebsite ist kein Prospekt mit unbegrenztem Platz. Sie sollte führen, statt Besucher mit gleich wichtigen Botschaften zu überladen. Reduktion bedeutet dabei nicht, relevante Informationen wegzulassen, sondern sie an der passenden Stelle bereitzustellen.
Ebenso problematisch ist es, Texte erst nach dem Design zu behandeln. Dann fehlen oft Grundlagen für Seitenstruktur, Überschriften und sinnvolle Einstiege. Inhalte und Gestaltung sollten sich gegenseitig stützen, nicht nacheinander improvisiert werden.
Inhalte und Seitenstruktur gemeinsam planen
Leistungsseiten funktionieren besonders gut, wenn sie von echten Fragen ausgehen: Worum geht es? Für wen ist das Angebot gedacht? Wie läuft die Zusammenarbeit ab? Welche Voraussetzungen oder Einschränkungen gibt es? Solche Inhalte helfen bei einer Entscheidung mehr als bloße Schlagwortsammlungen.
Auch für die Auffindbarkeit lohnt sich eine saubere Architektur. Logisch aufgebaute Seiten helfen Nutzern und Suchmaschinen, Zusammenhänge zu verstehen. Eindeutige Seitentitel und individuelle Meta-Beschreibungen fassen den jeweiligen Inhalt präzise zusammen. [4] Eine pauschale ideale Wortzahl gibt es dagegen nicht. Entscheidend sind nützliche, substanzielle Inhalte für die vorgesehene Zielgruppe, nicht Keyword-Wiederholungen. [5]
Angebote und Projektpartner sinnvoll vergleichen
Bei der Auswahl eines Partners zählt nicht nur das sichtbare Design. Ein belastbares Angebot beschreibt, was geliefert wird – und ebenso, was nicht enthalten ist. So werden spätere Nachträge und unterschiedliche Erwartungen weniger wahrscheinlich.
| Kriterium | Prüffrage für das Angebot |
|---|---|
| Leistungsumfang | Sind Seiten, Funktionen, Inhalte und technische Leistungen konkret benannt? |
| Abstimmung | Wie laufen Entwürfe, Korrekturen, Freigaben und Rückmeldungen ab? |
| Qualitätssicherung | Sind Tests, Abnahme und die Dokumentation offener Punkte vorgesehen? |
| Übergabe | Wer verwaltet Domain, Hosting, Administrationskonten, Lizenzen und Quelldateien? |
| Betrieb | Wie sind Wartung, Erweiterungen und Zuständigkeiten nach dem Launch geregelt? |
Ein professioneller Partner stellt Fragen zum Geschäftsmodell, zu Zielgruppen und vorhandenen Materialien. Ebenso wichtig: Die Organisation der Übergabe sollte vor Auftragserteilung geklärt sein. Es geht nicht um eine allgemeine Rechtsfrage, sondern um eine praktische Vertrags- und Betriebsfrage. Unternehmen sollten wissen, welche Zugänge sie benötigen und was bei einem späteren Dienstleisterwechsel übergeben wird.
Technik, Datenschutz und Pflege von Anfang an mitdenken
Bei vielen Projekten wird das Design sehr früh diskutiert, während die Inhalte erst später kommen. Das ist verständlich, aber nicht ideal.
Technische Qualität zeigt sich nicht allein in einem einzelnen Testwert. Für die Bewertung der Seitenerfahrung ergänzen sich Labortests und Felddaten: Labortests helfen bei Diagnose und Entwicklung, Felddaten zeigen die tatsächliche Nutzung. [3] Als Orientierung für Core Web Vitals nennt Google LCP bis 2,5 Sekunden, INP bis 200 Millisekunden und CLS bis 0,1, jeweils am 75. Perzentil und getrennt nach Mobil- und Desktopnutzung. [2] Diese Werte sind keine Garantie für Rankings, Anfragen oder die gesamte Website-Qualität, helfen aber bei einer strukturierten Prüfung.
Auch Datenschutz und Sicherheit gehören auf die Projektliste. Dokumentiert werden sollten eingesetzte Dienste, Formulare, Tracking, Rollen und Zugänge. Für den laufenden Betrieb braucht es klare Zuständigkeiten für Updates, Kontrollen und getestete Datensicherungen. Welche rechtlichen Anforderungen im Einzelfall gelten, lässt sich ohne Kenntnis der Funktionen und des Geschäftsmodells nicht pauschal beurteilen.
So läuft ein tragfähiges Website-Projekt ab
- Analyse und Briefing: Ziele, Zielgruppen, Inhalte, Funktionen und Verantwortlichkeiten werden festgelegt.
- Seiten- und Inhaltskonzept: Struktur, Seitentypen, Nutzerwege und zentrale Aussagen werden geplant.
- Gestaltung: Das Design übersetzt Marke und Nutzerführung in klare, wiedererkennbare Oberflächen.
- Umsetzung und Einpflege: Technik, Inhalte, Formulare und weitere Funktionen werden zusammengeführt.
- Prüfung und Abnahme: Inhalte, Links, Formulare, relevante Geräte, Tastaturbedienung, Metadaten und offene Punkte werden geprüft und dokumentiert.
- Launch und Übergabe: Zugänge, Rollen, Dokumentation und Zuständigkeiten für den Betrieb werden sauber übergeben.
- Laufende Pflege: Inhalte, Technik und Sicherheitsaspekte bleiben dauerhaft im Blick.
Ein hypothetisches Beispiel: Ein Betrieb legt vor dem ersten Entwurf fest, dass Anfragen die zentrale Zielhandlung sind, welche drei Leistungsseiten nötig sind, wer Texte freigibt und wie Formulare getestet werden. Das schafft einen deutlich verlässlicheren Rahmen als ein Projekt, das nur mit dem Wunsch nach einer modernen Startseite beginnt.
Die wichtigsten Unterschiede im Vergleich
| Ausgangslage | Schwerpunkt | Besonders zu klären |
|---|---|---|
| Neue Website | Struktur und Grundlagen von Beginn an aufbauen | Ziele, Inhalte, Funktionen und Zuständigkeiten |
| Relaunch | Bestehende Inhalte und Technik weiterentwickeln | Weiterleitungen, Zugänge, Daten und übernommene Inhalte |
| Baukastenlösung | Eigene Pflege mit vorgegebenem Rahmen | Interner Aufwand, Funktionen und Gestaltungsfreiheit |
| Individuelle Umsetzung | Passgenaue Struktur und Funktionen | Leistungsumfang, Dokumentation, Übergabe und Wartung |
Voraussetzungen und Grenzen
Ein gutes Website-Projekt braucht interne Mitarbeit. Externe Umsetzung ersetzt nicht die Entscheidungen über Leistungen, Zielgruppen oder fachliche Inhalte.
- Eine verantwortliche Person sollte Inhalte bündeln und Freigaben koordinieren.
- Texte, Bilder und fachliche Informationen müssen rechtzeitig bereitstehen oder als Leistung eingeplant werden.
- Zugänge zu Domain, Hosting und bestehenden Systemen müssen geklärt sein.
- Ein gutes Design oder ein einzelner Leistungswert garantiert weder Rankings noch Anfragen.
Fazit: Erst Klarheit schaffen, dann gestalten
Eine starke Unternehmenswebsite entsteht nicht aus Zufall und auch nicht allein aus gutem Geschmack. Wer eine Homepage erstellen lassen möchte, sollte vor dem Design festlegen, woran das Projekt im Alltag gemessen wird: an verständlichen Informationen, funktionierenden Kontaktwegen, verlässlicher Technik und klar geregelter Pflege.
Gutes Webdesign ist dabei kein Selbstzweck. Es ordnet Informationen, lenkt Aufmerksamkeit und erleichtert den nächsten Schritt. Wer früh klärt, was die Website leisten soll, wer die Zielgruppe ist und wie Inhalte später gepflegt werden, legt die Basis für einen Auftritt mit Substanz.
Klarheit ist damit kein gestalterisches Detail, sondern die Grundlage für gute Entscheidungen – vom ersten Briefing bis zur laufenden Pflege.
Häufige Fragen
Wer sollte die Domain und die Administrationszugänge verwalten?
Das sollte vor Projektbeginn eindeutig vereinbart sein. Unternehmen sollten nachvollziehen können, wer Domain, Hosting, CMS-, Analyse- und sonstige Konten verwaltet und welche Zugänge bei einem Wechsel übergeben werden.
Was gehört zur Website-Abnahme?
Zur Abnahme gehören mehr als die optische Prüfung. Kontrolliert werden sollten Inhalte, Links, Formulare, Darstellung auf relevanten Geräten, Tastaturbedienung, Metadaten, Rollen und dokumentierte offene Punkte.
Wer ist für die Texte einer neuen Website verantwortlich?
Die Verantwortung sollte im Angebot klar benannt sein. Fachliche Informationen kommen meist aus dem Unternehmen; Konzeption, Redaktion oder Einpflege können je nach Vereinbarung unterschiedliche Aufgaben sein.
Wovon hängen Aufwand und Projektdauer ab?
Sie hängen unter anderem von Seitenumfang, Funktionen, individueller Gestaltung, Content-Erstellung, Schnittstellen, Migration, Abstimmungen, Prüfungen und laufender Betreuung ab. Pauschale Angaben sind ohne Projektumfang wenig aussagekräftig.
Ist Barrierefreiheit nur ein technisches Thema?
Nein. Sie beginnt bei Struktur und Texten, setzt sich in Gestaltung und Entwicklung fort und sollte bei der Abnahme geprüft werden. Kontraste, Textalternativen, Fokusführung und Formulare betreffen mehrere Projektphasen.
Quellen und Einordnung
- Technische Qualität sollte anhand klarer Abnahmekriterien geprüft werden, nicht nur nach dem optischen Eindruck.
- Barrierefreiheit, Datenschutz und Sicherheit gehören bereits in die Planung eines Website-Projekts.
- Rechtliche Pflichten hängen von Funktionen, Zielgruppe und Unternehmensgröße der Website ab.
- Pflege umfasst neben neuen Inhalten auch Updates, Kontrollen und getestete Datensicherungen.
- Mobile site and mobile-first indexing best practices (Google Search Central)
- Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.2 (World Wide Web Consortium)
- Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) (Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz)
- SEO Starter Guide: The Basics (Google Search Central)
- Creating Helpful, Reliable, People-First Content (Google Search Central)
- Core Web Vitals workflows with Google tools (Google web.dev)
- Web Vitals (Google web.dev)

