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Webdesign im Mittelstand: Kriterien für eine starke Unternehmenswebsite

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Webdesign im Mittelstand richtig planen

Eine Unternehmenswebsite trägt, wenn Ziele, Nutzerwege, Inhalte, Technik und Pflege langfristig zusammenpassen.

Was muss eine mittelständische Unternehmenswebsite im Arbeitsalltag tatsächlich leisten? Sie soll Interessenten einordnen helfen, den Vertrieb mit guten Informationen unterstützen, Bewerbern einen glaubwürdigen Eindruck vermitteln und Bestandskunden den Zugang zu Ansprechpartnern oder Service erleichtern. Nicht jedes Unternehmen braucht all das im selben Maß. Doch die Website ist längst mehr als eine digitale Visitenkarte: Sie ist eine Schnittstelle zwischen Unternehmen und unterschiedlichen Erwartungen.

Kurz erklärt

Eine professionelle Unternehmenswebsite im Mittelstand muss Angebote verständlich erklären, unterschiedliche Nutzerwege ermöglichen und dauerhaft zuverlässig funktionieren. Dafür zählen Positionierung, Informationsarchitektur, relevante Inhalte, funktionale Gestaltung, mobile Nutzbarkeit, Barrierefreiheit und klare Pflegeprozesse zusammen.

Ob eine Optimierung reicht oder ein Relaunch sinnvoll ist, entscheidet nicht das Alter der Seite allein. Maßgeblich sind Struktur, technische Tragfähigkeit, redaktionelle Pflege und die Frage, ob die Website die aktuelle Ausrichtung des Unternehmens noch abbildet.

Gutes Webdesign Mittelstand beginnt deshalb nicht bei Farben oder Animationen. Entscheidend ist, ob Ziele, Inhalte, Nutzerführung, Technik und spätere Pflege zusammenpassen. Eine professionell wirkende Oberfläche hilft wenig, wenn Besucher nicht verstehen, was angeboten wird, oder das Team Inhalte nur mit unverhältnismäßigem Aufwand aktualisieren kann.

Warum Websites im Mittelstand besondere Anforderungen haben

Mittelständische Unternehmen erklären häufig komplexe Produkte, technische Leistungen oder beratungsintensive Angebote. Zugleich richten sie sich an mehrere Gruppen: Neukunden suchen eine Lösung für ein konkretes Problem, Bestandskunden brauchen vielleicht Serviceinformationen, Bewerber wollen Arbeitsumfeld und Perspektiven einschätzen. Partner und Lieferanten suchen oft vor allem verlässliche Kontaktdaten und Zuständigkeiten.

Diese Wege müssen nicht auf einer einzigen Seite enden. Sie brauchen jedoch eine gemeinsame, nachvollziehbare Grundlage. Gewachsene Websites zeigen hier oft ihre Schwächen: Neue Leistungen wurden ergänzt, einzelne Landingpages kamen hinzu, Zuständigkeiten wechselten. Mit der Zeit entsteht ein umfangreicher Auftritt, der intern bekannt ist, für neue Besucher aber wie ein unsortiertes Lager wirkt.

Eine tragfähige Unternehmenswebsite berücksichtigt daher von Anfang an, welche Informationen zuerst gebraucht werden, wer Inhalte verantwortet und wie sich der Auftritt später erweitern lässt. Das ist weniger spektakulär als ein auffälliger Effekt, im Alltag aber meist deutlich wertvoller.

Was eine professionelle Unternehmenswebsite leisten muss

Eine professionelle Website überzeugt nicht dadurch, dass sie möglichst viel zeigt. Sie setzt Prioritäten. Besucher sollten schnell erfassen können, wofür das Unternehmen steht, wen es anspricht und welchen nächsten Schritt sie gehen können. Daraus ergeben sich acht Qualitätsfelder, die bei Planung und Prüfung sinnvollerweise zuerst betrachtet werden:

  • Positionierung: Das Angebot und sein Nutzen werden ohne interne Abkürzungen verständlich.
  • Informationsarchitektur: Leistungen, Branchen, Unternehmen, Karriere und Kontakt sind so gegliedert, dass Nutzer die Zusammenhänge erkennen.
  • Inhalte: Fachlich verantwortete Texte beantworten konkrete Fragen statt nur Behauptungen aneinanderzureihen.
  • Gestaltung: Hierarchie, Typografie und Bildsprache unterstützen das Lesen und die Orientierung.
  • Mobile Nutzung: Inhalte und Funktionen bleiben auf kleinen Bildschirmen vollständig und gut bedienbar.
  • Technische Stabilität: Seiten, Formulare und das Redaktionssystem funktionieren verlässlich und sind wartbar.
  • Barrierefreiheit: Navigation, Inhalte und Interaktionen sind für möglichst viele Menschen zugänglich.
  • Pflegeprozesse: Es ist geklärt, wer aktualisiert, prüft und Entscheidungen über neue Inhalte trifft.

Diese Felder sind eng verbunden. Eine klare Leistungserklärung verliert an Wert, wenn sie auf dem Smartphone kaum lesbar ist. Eine gute Navigation hilft wenig, wenn veraltete Inhalte dahinterliegen. Und ein neues Layout löst keine Probleme, die eigentlich aus fehlender redaktioneller Verantwortung entstehen.

Struktur und Inhalte entlang echter Nutzerfragen

Die Startseite ist kein Sammelalbum aller Unternehmensbereiche. Sie sollte die wichtigsten Fragen beantworten: Was macht das Unternehmen? Für wen ist das Angebot gedacht? Welche Leistungen oder Themen sind besonders relevant? Und wie geht es von hier aus weiter? Wer dafür erst mehrere Menüpunkte öffnen muss, steigt leicht aus – nicht aus Ungeduld, sondern weil der Einstieg zu wenig Orientierung bietet.

Auch die Navigation sollte aus Sicht der Besucher gedacht sein. Ein technischer Anbieter kann Leistungen, Branchen und Anwendungen voneinander trennen; ein Dienstleister setzt möglicherweise stärker auf Anliegen, Vorgehensweise und Ansprechpartner. Entscheidend ist nicht die Anzahl der Menüpunkte, sondern ob die Begriffe verständlich sind und der Weg zur passenden Information erkennbar bleibt. Eine logisch organisierte Seitenstruktur hilft zudem Nutzern und Suchmaschinen, Beziehungen zwischen einzelnen Seiten einzuordnen. [3]

Für Leistungsseiten lohnt sich ein kurzer redaktioneller Gegencheck:

  • Wird deutlich, für welche Zielgruppe oder Ausgangslage die Leistung gedacht ist?
  • Erklärt der Text Problem, Leistung und Vorgehen in einer sinnvollen Reihenfolge?
  • Werden Besonderheiten oder Grenzen nachvollziehbar benannt?
  • Gibt es belastbare Nachweise, etwa passende Referenzen, Zuständigkeiten oder fachliche Einblicke, sofern sie vorhanden und freigegeben sind?
  • Ist der nächste Schritt klar, etwa ein Kontaktweg, eine Anfrage oder ein weiterführendes Thema?

Vertrauen entsteht dabei nicht automatisch durch eine bestimmte Rubrik. Eigene Fotos, Teamangaben, Referenzen oder Einblicke in Arbeitsweisen können hilfreiche Signale sein, wenn sie zum Unternehmen und zur Zielgruppe passen. Ein austauschbares Bild oder eine vage Referenzliste erfüllt denselben Zweck nicht zwangsläufig.

Die Website als Vertriebs- und Vertrauensschnittstelle

Eine Unternehmenswebsite verkauft nicht jede Leistung unmittelbar. Sie kann aber Gespräche vorbereiten: indem sie Begriffe erklärt, Entscheidern einen schnellen Überblick verschafft und Fragen klärt, die sonst erst im ersten Telefonat auftauchen. Für Recruiting gilt etwas Ähnliches. Bewerber möchten nicht nur offene Stellen sehen, sondern häufig verstehen, wie ein Unternehmen arbeitet und wer dort tätig ist.

Ein Interessent, der zum ersten Mal auf die Website kommt, stellt sich meist sehr konkrete Fragen: Was macht das Unternehmen genau?

Illustration zum Artikel Webdesign für mittelständische Unternehmen: Was wirklich zählt, Abschnitt 1: Papier mit Website-Entwurf, Lineal, Stift, Notizzettel, Laptop mit Sitemap-Ansicht
Website-Entwurf mit klarer Struktur und Notizen
Für wen ist es der richtige Partner? Wie läuft die Zusammenarbeit ab? Gibt es Belege für Erfahrung und Verlässlichkeit? Eine gute Website beantwortet diese Fragen nicht erst auf der Kontaktseite, sondern Schritt für Schritt entlang der Nutzerreise.

Darum brauchen unterschiedliche Zielgruppen nicht zwingend eigene Websites, wohl aber passende Einstiege. Ein Neukunde sucht vielleicht zunächst eine Leistung und einen Anwendungsfall. Ein Bestandskunde sucht eine bekannte Kontaktperson oder eine Serviceinformation. Ein Bewerber orientiert sich an Karriereinhalten. Gute Konzeption bringt diese Wege zusammen, ohne jeden Besucher durch dieselbe Abfolge zu schicken.

Inhalte sollten dabei für Menschen geschrieben sein: eigenständig, nachvollziehbar und fachlich belastbar. Google beschreibt hilfreiche und verlässliche Inhalte ebenfalls als primär für Menschen erstellt und nennt unter anderem fachliche Tiefe, nachvollziehbare Urheberschaft und überprüfbare Richtigkeit als Qualitätsmerkmale. [4] Das ist keine Formel für Sichtbarkeit, aber ein guter Maßstab für die redaktionelle Arbeit.

Gestaltung schafft Orientierung, nicht nur Eindruck

Gestaltung ist im Unternehmenskontext eine funktionale Entscheidung. Farben, Schriftgrößen, Abstände, Bildausschnitte und Kontraste beeinflussen, ob eine Seite ruhig wirkt, ob wichtige Informationen auffallen und ob längere Texte lesbar bleiben. Geschmack spielt mit hinein, sollte aber nicht das einzige Entscheidungskriterium sein.

Eine professionelle Website muss nicht trendgetrieben sein.

Illustration zum Artikel Webdesign für mittelständische Unternehmen: Was wirklich zählt, Abschnitt 2: Design-Planer, Farbpaletten, Skizzenbuch, feine Stifte, Notizzettel, Holztisch
Webdesign Prozess mit Skizzen und Farbpaletten
Im Gegenteil: Zu starke Effekte oder modische Überladung können schnell unruhig wirken. Für mittelständische Unternehmen ist meist eine ruhige, klare und hochwertige Gestaltung sinnvoller. Sie vermittelt Verlässlichkeit und lenkt den Blick auf das Wesentliche.

Gute Gestaltung nimmt sich an den richtigen Stellen zurück. Sie macht Überschriften unterscheidbar, gruppiert zusammengehörende Informationen und gibt Kontaktmöglichkeiten einen klaren Platz. Gerade bei komplexen Themen helfen Zwischenüberschriften, kurze Absätze und präzise Hervorhebungen mehr als eine sehr dekorative Oberfläche.

Woran sich funktionale Gestaltung erkennen lässt

  • Die visuelle Hierarchie zeigt, was zuerst gelesen werden sollte.
  • Text, Bilder und Bedienelemente konkurrieren nicht um Aufmerksamkeit.
  • Die Gestaltung passt zur Marke, ohne die Inhalte zu überinszenieren.
  • Wichtige Handlungen wie Kontaktaufnahme oder Bewerbung sind klar auffindbar.
  • Die Darstellung bleibt auf unterschiedlichen Endgeräten konsistent bedienbar.

Technik, mobile Nutzung und Barrierefreiheit

Technische Qualität wirkt oft im Hintergrund – bis sie fehlt. Langsame Seiten, unzuverlässige Formulare, schwer verständliche Fehlermeldungen oder ein kaum pflegbares CMS belasten die tägliche Arbeit. Deshalb gehören Technik und Redaktion in dieselbe Planung: Welche Funktionen werden benötigt? Wer darf Inhalte ändern? Wie werden Updates, Formulare und Erweiterungen geprüft?

Mobile Nutzung ist dabei keine verkleinerte Desktopansicht. Google verwendet grundsätzlich die mobile Version einer Website für Indexierung und Ranking. Inhalte, strukturierte Informationen und zentrale Funktionen sollten auf mobilen Geräten daher nicht fehlen oder nur eingeschränkt verfügbar sein. [1] Ein mobiler Test umfasst folglich nicht nur das Layout, sondern auch Navigation, Formulare, Downloads und Lesbarkeit.

Für die technische Einordnung können die Core Web Vitals als Google-Orientierung dienen. Genannt werden LCP bis 2,5 Sekunden, INP bis 200 Millisekunden und CLS bis 0,1, jeweils am 75. Perzentil der Seitenaufrufe. Diese Werte beschreiben Ladeleistung, Interaktivität und visuelle Stabilität; sie sind kein Versprechen für Rankings oder Anfragen. [2]

Barrierefreiheit sollte ebenfalls nicht erst kurz vor Veröffentlichung auftauchen. Sie betrifft Konzeption, Texte, Kontraste, Tastaturbedienung, Formulare und technische Umsetzung. WCAG 2.2 ist eine W3C-Empfehlung und ergänzt WCAG 2.1 um neun Erfolgskriterien, unter anderem zu sichtbarem Tastaturfokus, Bedienelementen und zugänglicher Authentifizierung. [5]

Ob eine Website unter das BFSG fällt, lässt sich nicht allein daraus ableiten, dass sie öffentlich erreichbar ist. Maßgeblich sind unter anderem die erfassten Dienstleistungen und konkreten Online-Funktionen, etwa im elektronischen Geschäftsverkehr. [6] [7] Auch Analyse- und Marketingdienste sollten früh mitgeplant werden. Für das Speichern von Informationen auf Endgeräten oder den Zugriff darauf ist nach § 25 TDDDG grundsätzlich eine Einwilligung erforderlich, soweit keine gesetzliche Ausnahme greift. [8]

Auch die mobile Nutzung ist längst kein Zusatzthema mehr.

Illustration zum Artikel Webdesign für mittelständische Unternehmen: Was wirklich zählt, Abschnitt 3: Ausgedruckte Screenshots responsiver Website, Tablet mit Websiteansicht, Smartphone, Router, externe Festplatte, Notizblock
Technische Grundlagen einer stabilen Website
Viele Besucher kommen heute zuerst über das Smartphone. Wer dort nur eine verkleinerte Desktop-Version anbietet, verliert schnell an Wirkung. Mobile Optimierung ist deshalb kein Extra, sondern Standard.

BereichWorauf es ankommtTypischer Nutzen
StrukturKlare Navigation, logische SeitenhierarchieSchnellere Orientierung für Besucher
InhalteVerständliche Texte, klare LeistungsdarstellungMehr Vertrauen und bessere Qualifizierung
DesignRuhige Gestaltung, gute Lesbarkeit, passende BildspracheStärkerer professioneller Eindruck
TechnikMobile Optimierung, Sicherheit, WartbarkeitStabile Nutzung und geringerer Pflegeaufwand

Optimieren oder neu aufsetzen?

Ein Relaunch ist nicht automatisch die bessere Lösung. Läuft das bestehende System stabil, sind Inhalte grundsätzlich gut strukturiert und betreffen die Probleme einzelne Bereiche, kann eine schrittweise Optimierung vernünftig sein. Das gilt etwa für überarbeitete Leistungsseiten, eine verbesserte mobile Navigation oder klarere Kontaktwege.

Ein struktureller Teilumbau bietet sich an, wenn die Website zwar technisch nutzbar ist, aber ihre Informationsarchitektur nicht mehr zur heutigen Ausrichtung passt. Dann werden Navigation, Seitentypen und Inhalte neu geordnet, ohne zwangsläufig alles von Grund auf zu ersetzen.

Ein vollständiger Relaunch wird eher plausibel, wenn mehrere Grundlagen gleichzeitig nicht mehr tragen: Das CMS erschwert Pflege und Erweiterungen, mobile Nutzung ist unzureichend, zentrale Funktionen sind instabil, Inhalte folgen keiner belastbaren Struktur oder das Unternehmen hat sich strategisch deutlich verändert. Wichtig ist die Reihenfolge: Erst Ziele und Bestandsaufnahme, dann die Entscheidung über die Eingriffstiefe. Wer nur die Oberfläche austauscht, kann alte Probleme in ein neues Layout verlagern.

So funktioniert der Ablauf

  1. Ziele klären

    Festlegen, welche Aufgaben die Website für Vertrieb, Information, Recruiting oder Service übernehmen soll.

  2. Bestand aufnehmen

    Inhalte, Technik, Nutzerwege, Zuständigkeiten und erkennbare Barrieren prüfen.

  3. Struktur entwickeln

    Navigation, Seitentypen und Prioritäten aus den Fragen der wichtigsten Zielgruppen ableiten.

  4. Inhalte und Gestaltung ausarbeiten

    Leistungsseiten redaktionell schärfen und eine lesbare visuelle Hierarchie gestalten.

  5. Entwickeln und prüfen

    Mobile Darstellung, Funktionen, Formulare, Ladeverhalten und Zugänglichkeit vor Veröffentlichung testen.

  6. Veröffentlichen und pflegen

    Verantwortlichkeiten, Aktualisierungsrhythmus und Verfahren für spätere Erweiterungen festlegen.

Die wichtigsten Unterschiede im Vergleich

KriteriumSchrittweise OptimierungStruktureller TeilumbauVollständiger Relaunch
Geeignet beiEinzelnen Schwächen in Inhalt, Navigation oder DarstellungÜberholter Seitenstruktur bei grundsätzlich nutzbarer TechnikMehreren grundlegenden Problemen in System, Struktur und Ausrichtung
SchwerpunktGezielte Verbesserungen mit begrenztem EingriffNeuordnung von Nutzerwegen, Seitentypen und InhaltenStrategische, gestalterische und technische Neuausrichtung
VorteilBestehende funktionierende Elemente bleiben erhaltenWesentliche Orientierung kann verbessert werden, ohne alles zu ersetzenAbhängigkeiten lassen sich gesamthaft neu planen
RisikoGrundprobleme können unangetastet bleibenAlte technische Grenzen können weiterhin bestehenHöherer Abstimmungs- und Inhaltsaufwand

Voraussetzungen und Grenzen

Webdesign kann nur dann dauerhaft tragen, wenn die organisatorischen Grundlagen mitgedacht werden. Gestaltung allein ersetzt weder klare Zuständigkeiten noch belastbare Inhalte oder verlässliche Technik.

  • Verantwortung: Für Inhalte, Freigaben und Aktualisierungen sollten feste Ansprechpartner benannt sein.
  • Inhaltliche Basis: Fachbereiche müssen Angebot, Zielgruppen und Besonderheiten nachvollziehbar beschreiben können.
  • Technische Abhängigkeiten: CMS, Schnittstellen, Formulare und externe Dienste beeinflussen Aufwand und Erweiterbarkeit.
  • Prüfung: Mobile Nutzung, Zugänglichkeit und zentrale Funktionen brauchen vor Veröffentlichung realistische Tests.

Ein neues Design kann Schwächen sichtbar machen und Orientierung verbessern. Es kann jedoch keine unklare Positionierung, fehlende Inhalte oder ungeklärte interne Prozesse ausgleichen.

Praxisbeispiel

Hypothetisches Beispiel: Ein mittelständisches Unternehmen bietet erklärungsbedürftige Leistungen an, sucht Fachkräfte und betreut bestehende Kunden über feste Ansprechpartner. Die bisherige Startseite führt alle Themen gleichwertig auf, während Leistungsseiten und Karriereinformationen schwer auffindbar sind.

Eine neue Struktur könnte den Einstieg über Leistungen, Branchen oder Anwendungen ermöglichen, einen klaren Karrierebereich schaffen und Service- sowie Kontaktwege sichtbar bündeln. Vor der Gestaltung würde geprüft, welche Inhalte fachlich freigegeben sind, welche Formulare benötigt werden und wer die einzelnen Bereiche später pflegt. Das Beispiel zeigt: Mehrere Zielgruppen brauchen nicht mehr Inhalte, sondern besser geordnete Wege.

Fazit: Entscheidend ist die langfristige Passung

Eine starke Website im Mittelstand ist kein einmaliges Gestaltungsergebnis, sondern ein Arbeitsinstrument, das zum Unternehmen passen muss. Die entscheidende Frage lautet daher nicht: Ist die Seite modern genug? Sondern: Unterstützt sie die heutigen Ziele, erklärt sie das Angebot verständlich und lässt sie sich zuverlässig weiterentwickeln?

Fällt die Antwort in mehreren Bereichen negativ aus, braucht es eine klare Priorisierung – von gezielten Verbesserungen bis zum Relaunch. So wird aus Webdesign keine Geschmacksdebatte, sondern eine nachvollziehbare unternehmerische Entscheidung.

Häufige Fragen

Welche Unterlagen helfen bei der Vorbereitung eines Webprojekts?

Hilfreich sind eine Übersicht der aktuellen Seiten, vorhandene Leistungsbeschreibungen, Markenunterlagen, technische Informationen zum CMS sowie eine Liste der wichtigsten Zielgruppen und Kontaktwege. Auch wiederkehrende Fragen aus Vertrieb, Service oder Recruiting liefern wertvolle Hinweise für Inhalte.

Wer sollte Inhalte auf der Unternehmenswebsite pflegen?

Die Pflege braucht eine klar benannte Verantwortung. Fachbereiche liefern Wissen, während eine zentrale Redaktion oder Projektverantwortung Tonalität, Struktur und Aktualität absichert. Entscheidend ist ein praktikabler Freigabeweg, damit wichtige Änderungen nicht liegen bleiben.

Wie lässt sich die mobile Nutzung sinnvoll prüfen?

Wichtige Seiten sollten auf realen Smartphones getestet werden: Navigation, Lesbarkeit, Kontaktwege, Formulare und Downloads. Dabei zählt nicht nur, ob alles technisch angezeigt wird, sondern ob die zentrale Aufgabe ohne unnötige Umwege erledigt werden kann.

Was gehört bei Barrierefreiheit in die frühe Planung?

Schon bei Struktur und Gestaltung sollten verständliche Navigation, ausreichende Kontraste, erkennbare Fokuszustände, klare Formularbeschriftungen und zugängliche Inhalte berücksichtigt werden. Eine spätere Prüfung bleibt wichtig, doch frühe Entscheidungen verhindern viele aufwendige Nachbesserungen.

Wann reicht ein Teilumbau statt eines Relaunchs?

Ein Teilumbau kann passen, wenn das technische Fundament stabil ist, aber Navigation, Seitentypen oder Inhalte nicht mehr zur heutigen Ausrichtung passen. Bestehen zugleich erhebliche Probleme bei System, mobiler Nutzung und Pflege, ist eine umfassendere Neuaufstellung eher zu prüfen.

Woran lässt sich der Erfolg nach Veröffentlichung beobachten?

Sinnvoll sind vorher festgelegte Beobachtungen statt pauschaler Erwartungen: Finden Nutzer wichtige Inhalte? Funktionieren Anfragen und Bewerbungswege? Bleiben Seiten aktuell? Rückmeldungen aus Vertrieb, Service und Redaktion zeigen oft früh, ob Nutzerwege und Inhalte in der Praxis tragen.

Quellen und Einordnung

  • Technische Kennzahlen sind Orientierungswerte und sollten immer im tatsächlichen Nutzungskontext bewertet werden.
  • Barrierefreiheit betrifft Gestaltung, Inhalte, Navigation und Funktionen – nicht nur einzelne technische Einstellungen.
  • Ob gesetzliche Pflichten gelten, hängt von Angebot, Zielgruppe, Unternehmensgröße und den konkreten Online-Funktionen ab.
  • Eine überzeugende Website entsteht aus dem Zusammenspiel von Inhalt, Gestaltung, Technik und laufender Pflege.
  1. SEO Starter Guide: The Basics (Google Search Central)
  2. Creating Helpful, Reliable, People-First Content (Google Search Central)
  3. Mobile site and mobile-first indexing best practices (Google Search Central)
  4. Web Vitals (Google web.dev)
  5. What's New in WCAG 2.2 (World Wide Web Consortium – Web Accessibility Initiative)
  6. § 1 BFSG – Zweck und Anwendungsbereich (Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz)
  7. Leitlinien für die Anwendung des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (Bundesministerium für Arbeit und Soziales / Bundesfachstelle Barrierefreiheit)
  8. § 25 TDDDG – Schutz der Privatsphäre bei Endeinrichtungen (Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz)

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